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Die musikalische Feinanalyse I Grundlagen des Programms TTMusik |
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TTMusik dient zur Darstellung eines Referenzklanges (das gleichschwebende Klavier ist dazu ungeeignet) und zur harmonischen Feinanalyse eines Chorstücks. In der reinen Stimmung gibt es nicht nur Veränderungen um einen Halbton, z.B. "f" in "fis" sondern auch Veränderungen um ein Terzkomma (siehe unten: Frequenzverhältnis 81/80). Dies ist in der üblichen Notation aber nicht sichtbar und soll durch TTMusik hörbar und verständlich werden.
z.B. Der Ton "d" mit der Frequenz 297 Hertz wird um ein Terzkomma tiefer zu "d-" mit der Frequenz 293 Hertz, d.h. Der Ganztonschritt "c->d" kann einmal das Frequenzverhältnis 9/10, das andere Mal das Frequenzverhältnis 10/9 haben.
Im Folgenden wird der große Ganzton mit "G", der kleine mit "G-" bezeichnet.
Sie können diese Unterschiede mit dem Programm TTMusik studieren. TTMusik errechnet das Gewünschte und macht es hörbar. Damit lernen Sie auch die Harmonik besser verstehen. (TTMusik erzeugt die Töne digital äußerst exakt. Sie können noch Schwebungen von 440 und 440,05 Hertz wahrnehmen).
| Frequenzen | |||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| c | d | e | f | g | a | h | c | d | e | f | g | a | |
| C-Dur | 132 | 148,5 | 165 | 176 | 198 | 220 | 247,5 | 264 | 297 | 330 | 352 | 396 | 440 |
| A-Moll | 220 | 247,5 | 264 | 293 | 330 | 352 | 396 | 440 | |||||
| Frequenzverhältnisse | ||||||||||||
|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|---|
| c/d | d/e | e/f | f/g | g/a | a/h | h/c | c/d | d/e | e/f | f/g | g/a | |
| C-Dur: | 9/8 | 10/9 | 16/15 | 9/8 | 10/9 | 9/8 | 16/15 | 9/8 | 10/9 | 16/15 | 9/8 | 10/9 |
| C-Dur | G | G- | H | G | G- | G | H | G | G- | H | G | G- |
| a-Moll | 9/8 | 16/15 | 10/9 | 9/8 | 16/15 | 9/8 | 10/9 | |||||
| a-Moll | G | H | G- | G | H | G | G- | |||||
| Legende: G=großer Ganzton (204Cent) G-=kleiner Ganzton (182 Cent) H=Halbton (112 Cent) Zum Vergleich: gleichstufige Stimmung. Ganzton=200 Cent Halbton=100 Cent | ||||||||||||
Nebenbei bemerkt: Der Unterschied von "G" und "G-" entstand dadurch, dass man im 16. Jahrhundert bei der Mehrstimmigkeit die reine Terz "ce" mit dem Frequenzverhältnis 5/4=9/8*10/9 als konsonant erklingen lassen wollte. (Die pythagoreische Terz mit dem Frequenzverhältnis 9/8*9/8=81/64 ist dissonant! Unterschied: Das Terzkomma mit dem Frequenzverhältnis 81/80.)
| Sie sehen: | In C-Dur ist der Übergang c->d ein großer Ganzton "G" |
| In a-moll ist der Übergang c->d ein kleiner Ganzton "G-" |
Ebenso können Sie feststellen, dass beim Übergang von C-Dur in die Tonart F-Dur der Subdominante sich nicht nur "h" in "b" ändert, sondern auch "d" in "d-".
Der Unterschied des reinen Subdominantenparallelelakkordes "d-fa" zum unreinen Akkord "dfa" der C-Dur-Tonleiter erkennt man an der Klangfarbe.
Der neapolitanischen Sextakkord übertreibt: "d" wird "des" (einzigartige Klangfarbe!)
Beim Übergang C-Dur in e-Moll ändert sich "f" zu "fis", beim Übergang C-Dur in G-Dur nicht nur "f" in "fis", sondern auch "a" in "a+".
Am Beispiel "Übergang von C-Dur nach D-Dur" sieht man, wie sich zwei Töne um einen Halbton und zwei Töne um ein Terzkomma verändern.
Um diese Feinübergänge zu studieren dient "TTMusik". Das erste "T" bedeutet: Notation als "Text". Das zweite steht für "Tabelle". (In der Philosophie von "TTW" wird Texten eine Interpretation als Tabelle gegeben und damit auf aufwendige Datenverarbeitungsprogramme verzichtet.)
Die Feinanalyse erzwingt auch eine genauere Bezeichnungsweise in der Harmonielehre.
Die These des Autors von TTMusik "Der Übergang zur Mollparallele von C-Dur
nach e-moll ist harmonisch dasselbe wie der Übergang von C-Dur nach a-moll."
kann mit TTMusik leicht gezeigt werden.
Ein Ton wird beidesmal alteriert: Herkömmlich ersichtlich beim Übergang
von C-Dur in e-Moll nur "f" in "fis". In TTMusik zusätzlich erkennbar:
beim Übergang C-Dur in a-moll auch "d" in "d-" (siehe unten).
Analog kann mit TTMusik die folgende These gezeigt werden: "Der Übergang zur Durparallele von c-moll nach As-Dur ist harmonisch dasselbe wie der Übergang von c-Moll nach Es-Dur."
In der herkömmlichen Harmonielehre ist die Doppeldominante in Moll dasselbe wie die Mollparallele der Subdominante. TTMusik zeigt: Beides ist schon eine Modulation, die sich nicht erst in der farblichen Verstärkung zur Dur-Doppeldominante und Neapolitanischer Sextakkord zeigt.
Deshalb schlägt der Autor folgende Bezeichnung vor:| a-moll ist die | subdominantische | Mollparallele von C-Dur |
| e-moll ist die | dominantische | Mollparallele von C-Dur |
| As-Dur ist die | subdominantische | Durparallele von c-moll |
| Es-Dur ist die | dominantische | Durparallele von c-moll |
| Intervall | Frequenzverhältnis | In Cent | in T |
|---|---|---|---|
| cd* | 16/15 | 111,7 | 5 |
| d*d | 135/128 | 92,2 | 4 |
| de* | 16/15 | 111,7 | 5 |
| e*e | 25/24 | 70,7 | 3 |
| ef | 16/15 | 111,7 | 5 |
| ff# | 135/128 | 92,2 | 4 |
| f#g | 16/15 | 111,7 | 5 |
| ga* | 16/15 | 111,7 | 5 |
| a*a | 25/24 | 70,7 | 3 |
| ab | 27/25 | 133,2 | 6 |
| bh | 25/24 | 70,7 | 3 |
| hc | 16/15 | 111,7 | 5 |
Sie können nun mit TTMusik kritischen Chorpassagen analysieren lassen. Belassen Sie bei einem Akkord versehentlich die "falsche" Tonart, sehen Sie sofort an den unreinen Intervallen, dass eine Feinmodulation stattfand. Sie müssen die Tonart wechseln.
Sie müssen sich dann noch entscheiden: Geht es in Richtung Subdominante oder in Richtung Dominante bzw. beim Übergang zur Paralleltonart eine Terz nach oben (C-Dur nach e-moll bzw. c-Moll nach Es-Dur) oder eine Terz nach unten (C-Dur nach a-Moll bzw. c-moll nach As-Dur). Bei der Rückkehr zur "Heimattonart" sehen Sie sofort an den Frequenzen, ob Sie in eine "Kommafalle" getappt sind oder nicht.
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